Um mich an die Kosenamen zu gewoehnen brauchte ich unheimlich lange. Ich komme aus Deutschland, und im Supermarkt (!) nicht angeraunzt sondern regelmaessig mit "Darling" oder "Honey" angesprochen zu werden war fuer mich ein Kulturschock. Von Freunden und naeheren Bekannten ganz zu schweigen.
Die regionalen Unterschiede sind allerliebst. Schottische Frauen nennen einander gern "Hen" (Huhn). Melissa kommt aus Plymouth und nennt jeden "Flossy". Als ich sie nach der Bedeutung fragte zuckte sie selber mit den Schultern. Freunde aus der Gegend von Newcastle (sogenannte Geordies) nennen alle "Pet".
Wer ein schlechts Gedaechtnis fuer Namen hat wird jedenfalls nie verlegen sein.
Selbst im Berufsleben wird gekost was das Zeug haelt. "Stern" ist weitaus gaengiger als das deutsche "Goldstueck", aber wenn das (wohl wegen der Ueberbenutzung) nicht mehr gereicht hat, war ich auch schon ein "kleiner Stern" (Adam, wegen dem Unterbrechungsmeeting - wobei Maenner normalerweise viel zurueckhaltender sind.) oder ein "riesengrosser glitzernder Silberstern".
Heute gabs mal wieder was neues. "Bye Dot!" sagte meine Chefin nach unserem Meeting heute. Punkt. Diese Frau reicht mir (1.61cm) etwa bis zum Kinn. Mit Absaetzen. Mit der richtigen Stimme und Betonung dazu hatte es jedoch durchaus etwas Liebevolles.
Oft werden Kosenamen auch benutzt um etwas ueber eine Person auszusagen. "She`s a Darling!" heisst dass die so betitelte sehr nett ist, und "She`s a Honey" beschreibt ein sehr gefaelliges Aeusseres.
Bei all dem Gekose von und vor aller Welt fragt man sich was fuer Namen man sich noch fuer den/die Liebste/n einfallen lassen kann. Eine Freundin konnte ihrem Chef lange nicht mehr in die Augen gucken als sie ihn eines Tages zuhause anrufen musste und sein Kleinkind abnahm: "Papi, es ist Mami!" Der Vorgesetzte kam also ans Telefon und floetete: "Hello Honeycheeks!" Honigbaeckchen.
Ich darf versichern, dass ich es besser getroffen habe.

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